Linux und der Blauzahn

Da so ziemlich jedes Handy das dieser Tage über die Ladentheke geht die Fähigkeit hat Bluetooth zu sprechen (so auch mein Sony-Ericsson T610) liegt es nahe auch dem PC diese Sprache beizubringen.
Hardwaremässig ist das mit einer Investition im Bereich von 15EUR schnell erledigt, schon ist man stolzer Besitzer eines USB-Bluetooth Adapters. Den anzuschließen ist kein Problem, aber was dann? Dieses kleine Howto gibt einen kurzen Überblick über die Linuxseitige Installation (beim Kernel 2.6.*).

Zunächst muß natürlich mal der Bluetooth-support im Kernel aktiviert werden, dazu unter
“Device Drivers -> Networking support -> Bluetooth” die Punkte “Bluetooth subsystem support”, “L2CAP protocol support” (Wird von den meisten Applikationen benutzt), “SCO links support” (Für Audiogeschichten), “RFCOMM protocol support” (Wird benötigt für Dateitransfer, wählen vom PC aus, u.ä.) und “BNEP protocol support” (Wenn Ihr Ethernet über Bluetooth machen wollt *g*). Ob Ihr dies als Module oder fest einkompiliert überlasse ich euch. Fehlen noch die Hardwaretreiber, unter “Bluetooth device drivers” also “HCI USB driver” und bei Bedarf noch den “SCO (voice) support” aktivieren (Ihr werdet auch nicht dafür verklagt! ;)

Nach dem üblichen Kompilier-Prozedere und einem Neustart habt Ihr also einen Blauzahn-fähigen Kernel. Fehlen noch die Programme.
Als Debianbenutzer braucht ihr lediglich die Pakete “bluez-util” (Programme zu scannen, Dateien senden, usw), “bluez-sdp” (Ein Daemon, der die Dienste die euer PC über Bluetooth anbietet verwaltet) und “bluez-pin” (Ein grafisches Frontend für die Eingabe des Verbindungs-PINs). Nicht-Debiananer sollten sich an Ihren Distributor wenden oder hier die Sourcen saugen.
Die Eingabe von “hcitool scan” sollte euch an dieser Stelle bereits euer Handy anzeigen (Bluetooth einschalten nicht vergessen!).
Aber die Kommandozeile ist für sowas praktisches wie Bluetooth natürlich etwas umständlich, weswegen wir uns mal den graphischen Tools zuwenden. Für KDE gibt es da KDEBluetooth, für GNOME das Bluetooth-Subsystem. Beide dienen zum senden und Empfangen von Dateien, wählen von Nummer, u.ä. MultiSync ist ein tolles GTK2-Tool zum Abgleich eures (hoffentlich SyncML-fähigen) Handys mit z.B. Ximian Evolution. Unerwähnt bleiben soll auch nicht gnokii, da das aber speziell für Nokia-Handys zu sein scheint hab ich mich damit nicht weiter beschäftigt.

Als letztes solltet Ihr noch unter /etc/bluetooth/pin eine PIN eingeben, die zur Absicherung der Verbindung dient. Da bei mir das Programm “/usr/bin/bluepin”, das einen bei Bedarf zur Eingabe eines Pins auffordern soll irgendweswegen nicht funktionierte, hab ich es kurzerhand durch das folgende kleine Script ersetzt, …
####
#!/bin/bash
echo -n “PIN:”
cat /etc/bluetooth/pin
#####
… das seinen Zweck vollauf erfüllt. Bei Fragen oder Anmerkungen bitte kurze Mail an mich oder eine entsprechenden Kommentar hinterlassen!

Kommentar hinzufügen 09.06.2004

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