iPods via Firewire oder USB unter Linux mounten

“iPod, therefor I am”, endlich kann ich das auch von mir behaupten. :)
Seit zwei Wochen bin ich stolzer Besitzer eines 20GB iPod der 4. Generation (“Click-Wheel”). Unter MacOS ist die Anbindung des Pod natürlich absolut kein Problem, die Verwaltung der MP3s auf dem Player mit iTunes völlig transparent. Aber natürlich möchte ich auch von Linux aus auf meine MP3-Sammlung zugreifen können, wie mounte ich also dort einen iPod?

Mounten via Firewire

Will man einen iPod via Firewire mounten, so benötigt man unter einem 2.6.x-er Kernel die Optionen “IEEE 1394 (FireWire) support” (Modulname: ieee1394), “OHCI-1394 support” (ohci1394), “SBP-2 support” (sbp2), alle zu finden unter “Device Drivers –> IEEE 1394 (FireWire) support”.
Und da das ganze mal wieder via SCSI emuliert wird benötigt man schließlich noch “SCSI device support” (scsi_mod) und “SCSI disk support” (sd_mod).

Sobald diese Module geladen sind sollte man seinen iPod mit dem PC verbinden und sich einmal die Partitionstabelle von /dev/sda anzeigen lassen, was dann etwa wie folgt aussehen sollte:

Mac-formatierter iPod

syn:/# fdisk /dev/sda
/dev/sda
Command (? for help): p
/dev/sda
# type name length base ( size ) system
/dev/sda1 Apple_partition_map partition map 62 @ 1 ( 31.0k) Partition map
/dev/sda2 Apple_MDFW firmware 65536 @ 63 ( 32.0M) Unknown
/dev/sda3 Apple_HFS disk 38997424 @ 65599 ( 18.6G) HFS

Windows-Formatierter iPod

ack:~# fdisk /dev/sdaThe number of cylinders for this disk is set to 2431.
There is nothing wrong with that, but this is larger than 1024,
and could in certain setups cause problems with:
1) software that runs at boot time (e.g., old versions of LILO)
2) booting and partitioning software from other OSs
(e.g., DOS FDISK, OS/2 FDISK)Command (m for help): p

Disk /dev/sda: 20.0 GB, 20000268288 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 2431 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes

Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 1 5 40131 0 Empty
/dev/sda2 * 6 2431 19486845 b W95 FAT32

Jetzt kann man sehen welche Partition die Daten enthält (hier: sda3 auf dem Mac-iPod, sda2 beim Win-Pendant) und welches Dateisystem auf dieser Partition existiert. Möglich sind FAT32 und HFS+, wobei letzteres wohl Standard neu ausgelieferter iPods ist, allerdings wird der iPod je nachdem ob er zuerst unter Windows oder MacOS angeschlossen wird automatisch mit FAT32, respektive HFS+ formatiert.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Eintrag in der fstab:

/dev/sda3 /media/ipod hfsplus user,noauto 0 0
(bei Mac-iPods)
/dev/sda2 /media/ipod vfat user,noauto 0 0 (bei Win-iPods)

Jetzt lässt sich der iPod mit dem Befehl mount /media/ipod in das Dateisystem einbinden.

Mounten via USB

Hier wird zunächst das Modul für den USB-Host benötigt (uhci-hcd) und das für USB-Speichermedien (usb-storage). Auch hier wird der Datenträgerzugriff über das SCSI-System des Kernels emuliert, so das noch die Module scsi-mod (Für allgemeine SCSI-Unterstützung) und sd-mod (Für SCSI-Festplatten) benötigt werden. Sind diese Module geladen sollte man auch hier per fdisk die Partitionstabelle des iPod zu Gesicht bekommen und die entsprechende Partition mounten können.

Letzte Worte: Mir ist aufgefallen, dass die “Verbindung nicht unterbrechen” Meldung auf dem Display des iPod erst dann verschwindet wenn ich das ohci1394, bzw. das uhci-hcd Modul aus dem Speicher geworfen habe. Das ist zumindest beim uhci-hcd Modul ein Problem, da nach einem unload keine USB-Geräte mehr funktionieren. Wer da Abhilfe weiß bitte melden!

Kommentar hinzufügen 25.08.2004

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