Tastaturen mit Sondertasten unter Linux nutzbar machen
in Haufen aktueller Tastaturen bringen mehr mit, als die üblichen 102 (oder dank Microsoft 105) Tasten: Mit ihnen lassen sich Programme wie Webbrowser, Email-Client oder Dateimanager starten, oder auch die Lautstärke regulieren und der Lieblings-Mediaplayer kontrollieren. Eine solche Tastatur nenne nun auch ich mein eigen: Eine Benq x500. Eine CD mit Windowstreibern lag natürlich bei, und unter MacOS X waren die Sondertasten der USB-Tastatur wie selbstverständlich direkt nach dem anschließen funktionsbereit. Nur unter Linux ist ein wenig überredungsarbeit nötig um die Funktionstasten ihrer Bestimmung zu übergeben.
Zunächst brauchen die Sondertasten eine für X11 verwertbare Bezeichnung.
Dazu muß in einer Konsole das Programm “xev” gestartet, und während das erscheinende Fenster ausgewählt ist, die entsprechende Tasten gedrückt werden. Dabei sollten in der Konsole u.a. Ausgaben in der folgenden Form erscheinen:
root 0×8f, subw 0×0, time 3976880, (-651,703), root:(428,733),
state 0×10, keycode 122 (keysym 0xffca, F13), same_screen YES,
XLookupString gives 0 bytes:
Der fettgeschriebene Text ist das relevante Stück Information das wir suchen, der Keycode den die jeweilige Taste im Kernel erzeugt. Um nun diese Taste unter X11 nutzbar zu machen muß dem keycode mittels “xmodmap” eine Bezeichnung zugeordnet werden. Dies muß bei jedem Start von X11 neu passieren und kann automatisiert werden. Dazu wird eine Datei im folgenden Format erstellt (hier für die Tasten der Benq x500, Zeilen die mit ! beginnen sind Kommentare):
keycode 122 = F13
! Todo
keycode 230 = F14
! www
keycode 130 = F15
keycode 236 = F16
! Volume -
keycode 174 = F17
! Volume +
keycode 176 = F18
!Mute
keycode 160 = F19
!|<<
keycode 144 = F20
! Stop
keycode 164 = F21
! Play
keycode 162 = F22
! >>|
keycode 153 = F23
! Logout
keycode 223 = F24
Dies alles wird in einer Datei geschrieben (üblicherweise ~/.Xmodmap) und muß einmal eingelesen werden mit dem Befehl: “xmodmap ~/.Xmodmap”. Ich habe ein triviales Shell-Script geschrieben und unter ~/.kde/Autostart gespeichert, so dass es bei jedem Start von KDE automatisch ausgeführt wird.
Fortan kennt X11 die Tasten F13-F24 und diese können nun mit Funktionen belegt werden.
Für diesen Zweck findet sich im Kontrollzentrum die Option “KHotkeys” in den “Regionaleinstellungen”. Mit dem KHotkey-Daemon lassen sich auf Knopfdruck Programme starten oder auch Programm mittels DCOP kontrollieren.
DCOP ist eine geniale KDE-Technik, mit deren Hilfe sich interne Funktionen von Programmen aufrufen lassen. Beispiele solcher Funktionen wären zB. “increaseVolume” und “decreaseVolume” des Programms “kmix”, wodurch die Lautstärke sich erhöhen oder verringern lässt. Auf gleiche Weise lassen sich auch amarok oder der KDE Session-Manager (ksmserver, für den Logout-Button) kontrollieren.
Einen Kommentar hinterlassen
Erlaubte Tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
Trackback zu diesem Artikel | Diese Kommentare als RSS